Zahlen, die Freude machen - Unser Haushalt 2025
Erstmals beträgt unser Haushaltsvolumen über 10 Millionen Euro
10 Millionen Euro. Der Haushaltsplan für das Jahr 2025, den wir vergangene Woche in der Gemeinderatssitzung einstimmig beschlossen haben, hat erstmals die 10-Millionen-Euro-Schallmauer durchbrochen. Sein Volumen beträgt 10.197.250 Euro.
Für den Verwaltungshaushalt, der die laufenden Einnahmen und Ausgaben umfasst, sind 6,3 Millionen Euro eingeplant. Viel Geld, um unsere Gemeinde am Laufen zu halten. Und dennoch gelingt es uns, im Vermögenshaushalt fast 3,9 Millionen Euro für Investitionen in unsere Gemeinde einzuplanen.
Dass wir im Jahr 2025 überhaupt in so einer finanziell guten Lage sind, war bei meinem Amtsantritt 2020 nicht abzusehen. Zwei Zahlen machen das besonders deutlich:
Der Schuldenstand
Der Schuldenstand des Marktes Wittislingen betrug zum 31.12.2019 3.490.580,17 Euro. Dies entsprach einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1.450 Euro. Noch schlimmer war die Prognose für die nächsten Jahre, die im Haushalt des Jahres 2019 enthalten war: Für die Folgejahre wurde ein weiterer Anstieg der Verschuldung auf bis zu 4,18 Millionen Euro im Jahr 2023 vorhergesagt, was einer Pro-Kopf-Verschuldung von 1.755 Euro entsprochen hätte, drei Mal so hoch wie der Landesschnitt. Deshalb meldete damals auch die Rechtsaufsicht massive Bedenken an. Die Genehmigung des Haushalts 2019 erfolge nur „unter Zurückstellung von Bedenken“, der Markt Wittislingen bewege sich „an den äußersten Grenzen seiner finanziellen Leistungsfähigkeit“, war in der Stellungnahme zu lesen, die finanzielle Situation sei „äußerst kritisch“.
Es kam anders.
In einer gemeinsamen Kraftanstrengung ist es uns seit meinem Amtsantritt gelungen, für Wittislingen die Finanzwende zu schaffen.
Ende dieses Jahres wird unser Schuldenstand 2.486.488,04 Euro betragen. Das bedeutet: Seit 2020 ist unser Schuldenstand um 1,004 Millionen Euro zurückgegangen! Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt auf 987,86 Euro. Das entspricht einem Rückgang um über 31 %. Und das trotz Corona, trotz Ukraine-Krieges, trotz explodierender Energiepreise, trotz Inflation und heraufziehender Wirtschaftskrise.
Ich bin stolz, seit 1996 der erste Bürgermeister zu sein, dem es gelingt, in seiner Amtszeit den Schuldenstand zu senken statt zu erhöhen.
Die Rücklage
Zu Beginn des Jahres 2020 lag die Rücklage der Gemeinde bei 1,3 Millionen Euro. Zu Beginn des Jahres 2025 haben wir 3,1 Millionen Euro in der Rücklage. Wir haben sie also mehr als verdoppelt. Angesichts der stetigen Schuldentilgung auf der anderen Seite und vieler laufender Projekte eine erfreuliche Entwicklung. 2022 hatten wir den Höchststand erreicht: 4,2 Millionen Euro. Dass wir der Rücklage seitdem Geld entnehmen ist ein gutes Zeichen: Es bedeutet, dass wir in unsere Gemeinde investieren.
Es wird trotzdem nicht einfach
Natürlich kann diese sehr positive Entwicklung nicht darüber hinwegtäuschen, dass unser Haushalt wie alle kommunalen Haushalte massiv unter Druck steht.
Zwei Punkte seien hier exemplarisch genannt:
Im Kindergarten erwarten wir 2025 ein Defizit in Höhe von 493.000 Euro. Noch härter trifft uns die Kreisumlage: Wir erwarten für dieses Jahr Zahlungen an den Landkreis in Höhe von 1.490.000 Euro. Die Ausgaben für Kindergarten mit -krippe und die Kreisumlage machen gemeinsam 52 % aller Ausgaben im Verwaltungshaushalt aus. Das schmerzt, da wir beide Zahlen selbst kaum beeinflussen können.
Meine Erwartungshaltung ist klar: Es muss endlich aufhören, dass Aufgaben auf die Kommunen abgewälzt werden, ohne eine ausreichende finanzielle Ausstattung sicherzustellen. Hier sind Bund und Freistaat, aber auch Bezirk und Landkreis gefordert, mit ihren Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen.
Dass wir mit unserem Geld gut umgehen können, haben wir in den letzten Jahren bewiesen.