Die Grund- und Mittelschule - Unsere Kathedrale?
Die Sanierung des Schulgebäudes läuft auf Hochtouren
Schulen müssen die „Kathedralen des 21. Jahrhunderts“ sein. Das hat Deutschlands damaliger Vizekanzler Sigmar Gabriel 2016 gefordert. Diese Forderung teile ich uneingeschränkt. Ich fühle mich diesem Ziel verpflichtet. Kathedralen: Bischofssitze, imposante Wahrzeichen ihrer Gemeinden, immer auch Ausdruck und Beweis der Leistungsfähigkeit ihrer jeweiligen Gesellschaft, Produkt größter gemeinschaftlicher Anstrengungen.
Unsere Anstrengungen müssen heute unseren Schulen gelten. Das ist seit meinem ersten Tag im Amt mein Leitstern. Hier muss sich ausdrücken, wozu wir als Gemeinschaft fähig sind. Es geht um die Frage, welchen Wert wir Bildung und Teilhabe beimessen, welche Bedeutung es für uns hat, dass Kindern und Jugendlichen Chancen auf ein gutes Leben eröffnet werden. Auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben. Und deswegen tätigen wir die größte Investition seit vielen Jahren in unserer Grund- und Mittelschule. Denn unsere Schule soll unser Aushängeschild, unsere Kathedrale sein. Hier zeigen wir, was wir zu leisten imstande sind.
Und das ist mehr, als viele vielleicht denken würde.
Es ist noch nicht lange her, dass wir die Digitalisierung unserer Schule erfolgreich abschließen konnten. Von Tageslichtprojektoren zu WLAN, Beamern und Dokumentenkameras in jedem Klassenzimmer. Von veralteten PCs zu Glasfaseranschluss, iPad-Koffern und Computerräumen mit neuen Laptops. Und das alles in gerade mal zwei Jahren. Hunderttausende Euro haben wir für dieses Vorhaben investiert, dabei alle Fördermöglichkeiten voll ausgeschöpft. Ein gelungener Kraftakt, mit dem wir die Schule erfolgreich vorangebracht haben.
Aber schon da war klar, dass wir uns auf diesem Erfolg nicht ausruhen durften, dass eine noch weitaus größere Maßnahme unbedingt umgesetzt werden muss: Die Brandschutzsanierung des gesamten Schulhauses. Es bestand glücklicherweise von Beginn an Einigkeit, dass wir diese Maßnahme nutzen würden, um auch eine andere wichtige Aufgabe zu lösen: Die Herstellung von Barrierefreiheit im gesamten Schulhaus. Ein Projekt dieses Umfangs, Brandschutz und Barrierefrieheit, ist eine wirklich große Herausforderung, vor allem dann, wenn sie während des laufenden Schulbetriebs umgesetzt werden muss. Nach langer Planungs- und Vorbereitungsphase konnten wir im Frühjahr endlich mit der Umsetzung dieses Projektes beginnen.
Vor einigen Tagen war ich mit meinen beiden Bürgermeisterkollegen Walter Joas und Thomas Baumann auf der Baustelle, wo wir uns vom aktuellen Fortschritt der Bauarbeiten überzeugen konnten. Gerade die Ferienzeit wollen wir für störende Arbeiten nutzen.
Was wird konkret umgesetzt?
Um einen wirksamen Brandschutz sicherzustellen, werden in der Schule Brandabschnitte gebildet und zusätzliche Fluchtwege geschaffen, 92 Brandschutz- und Rauchschutztüren werden dafür im Schulhaus eingebaut. So ist es übrigens möglich, auf die angebauten Fluchttreppen, die in einem ersten Entwurf vorgesehen waren, komplett zu verzichten, ohne bei der Sicherheit Kompromisse einzugehen.
Für den barrierefreien Zugang zu allen Stockwerken sorgt zukünftig ein Aufzug in der Aula zwischen Alt- und Neubau.
Sogar die Toiletten im Neubau werden im Zuge der Bauarbeiten komplett erneuert, ein barrierefreies WC neu geschaffen. Auch das Platzangebot wächst, da im Keller Räume wieder genutzt werden können, die aktuell aus Brandschutzgründen nicht als Aufenthaltsräume geeignet sind. Zudem werden die Dachabdichtung und Lichtkuppeln ertüchtigt, im Bereich des Aufzugs wird es eine neue Glasfassade geben.
Es ist für die Verwaltungsgemeinschaft die wichtigste und vor allem größte Investition seit vielen, vielen Jahren. Gut 2,4 Millionen Euro werden wir für diese Maßnahme ausgeben. Ich bin überzeugt: Das Geld ist gut angelegt! Brandschutz und Barrierefreiheit sind für mich nicht verhandelbar. Hieran wollen und dürfen wir nicht sparen.
Wir haben aber natürlich alles getan, um auch in finanzieller Hinsicht verantwortungsvoll zu agieren. Wir haben uns um eine maximale Förderung bemüht – mit Erfolg: Circa 1,2 Millionen Euro, also die Hälfte der Gesamtkosten, hat uns der Freistaat Bayern als Förderung zugesagt. Zudem haben wir in Hinblick auf die Umsetzung seit Jahren Rücklagen gebildet. Das führt dazu, dass wir die gesamte Maßnahme ohne neue Kreditaufnahme durchführen können. Das hätten wir vor einigen Jahren, zu Beginn meiner Amtszeit, sicher nicht für möglich gehalten.
Wir alle, von der Verwaltung über die Planer bis zu den beauftragten Firmen, arbeiten gerade jeden Tag daran, unsere Grund- und Mittelschule auf ein neues Level zu heben: Wir haben eine tolle Schule. Zeigen wir hier, was wir können. Machen wir die Beste draus!